Zuletzt aktualisiert: 6. Dezember 2021

Bogenschießen ist eine traditionsreiche Sportart, die das Feingefühl, die Geschicklichkeit und die Konzentration des Bogenschützen fördert. Um die dafür benötigen Pfeile fachgerecht aufzubewahren, solltest du bei der Auswahl des Köchers auf einige wichtige Punkte acht geben.

In unserem Ratgeber zeigen wir dir, worauf du beim Kauf eines solchen Köchers achten solltest und stellen dir die aus unserer Sicht besten Produkte vor, sodass dir die Kaufentscheidung leichter fällt.




Das Wichtigste in Kürze

  • Köcher ermöglichen es dir, Pfeile oder Armbrustbolzen aufzubewahren und zu transportieren.
  • Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einem Rückenköcher und einem Seitenköcher, wobei beide Varianten in verschiedenen Größen und Preisklassen erhältlich sind.
  • Rückenköcher überzeugen vor allen Dingen durch ihre besondere Ästhetik. Seitenköcher sind hingegen sehr einfach zu handhaben.

Köcher: Favoriten der Redaktion

Der beste wasserfeste Köcher

Dieser Köcher kann auf dem Rücken getragen werden und besteht aus hochwertigem, robusten Kunststoff. So sind deine Pfeile nicht nur vor äußeren Krafteinwirkungen wie Erschütterungen oder Stürze, sondern auch vor Nässe und Schmutz bestens geschützt.

Die Pfeile können einfach in die Pfeilröhren hineingelegt und mit einem Deckel zu aufschieben verschlossen werden. Dieser ist mit einem Band am Köcher befestigt, sodass der Deckel nicht verloren werden kann. Am Köcher ist zusätzlich ein Schultergurt befestigt, mit dem du dir den Köcher über den Rücken bzw. die Schultern legen kannst.

Bewertung der Redaktion: Dieser Köcher überzeugt durch sein robustes, wasser- und schmutzabweisendes Material und sein schlichtes Design. Zudem kann er leicht verschlossen werden, sodass deine Pfeile stets sicher aufbewahrt sind.

Der beste Design-Köcher

Dieser Rückenköcher besteht aus besticktem schwarzen und rotbraunem Glattleder und besitzt daher eine sehr traditionelle und besondere Optik. Dadurch ist er ein echter Hingucker. Der Rückenköcher ist 50 cm tief und besitzt keine Pfeilröhren.

Der verstellbare Dreipunkt-Tragegurt sorgt dafür, dass der Rückenköcher nicht verrutscht und dadurch angenehm auf dem Rücken liegt. Besonders hervorzuheben, ist der große Stauraum des Köchers in dem mehrere Pfeile ausreichend Platz finden und dabei nicht beschädigt werden.

Bewertung der Redaktion: Dieser Rückenköcher zeichnet sich danke des verstellbaren Dreipunkt-Tragegurts vor allem durch seinen hohen Tragekomfort und sein besonderes Design aus.

Der beste Köcher für Profis

Dieser Seitenköcher besteht aus dem robusten Material Cordura und ist auf Rechtshänder ausgelegt. Der Köcher kann einfach am Gürtel bzw. der Gürtelschlaufe befestigt und somit um die Hüfte getragen werden. So wird das Greifen der Pfeile im Gegensatz zu einem Rückenköcher enorm erleichtert.

Der Köche verfügt über drei Röhren, in welchen die Pfeile separat voneinander aufbewahrt werden können. Zudem besitzt der Köcher weitere verschließbare Taschen, in welchen andere Utensilien sicher verstaut werden können.

Bewertung der Redaktion: Durch seine sportliche Optik und seine hohe Funktionalität und qualitativ hochwertigen Eigenschaften eignet sich dieser Seitenköcher vor allem für den professionellen Bogensport.

Der beste Köcher in außergewöhnlicher Optik

Dieser Rückenköcher ist ein ganz besonders hochwertiges und optisch außergewöhnliches Exemplar. Er kann dank eines robusten Schultergurts einfach auf dem Rücken getragen werden und besitzt eine Länge von 54 cm. Der Köcher besteht aus Leder und ist daher sehr langlebig und robust.

Seine außergewöhnliche Optik verlangt der Rückenköcher seiner besonderen Formgebung und seinen Nähten mit Lederschnürungen. Dadurch ist er ein ganz besonderer Hingucker während des Bogenschießens.

Bewertung der Redaktion: Dieser Rückenköcher überzeugt vor allem durch seine interessante und einzigartige Optik und seine Langlebigkeit, welche auf seine Materialzusammensetzung aus Leder zurückzuführen ist.

Der beste Köcher für Kinder

Dieser Köcher besteht aus dem Material Cordura und ist dadurch langlebig und stabil. Als Seitenköcher kann er einfach dank eines integrierten Gürtelclips am Gürtel oder der Gürtelschlaufe eingehängt und um die Hüfte geschnallt getragen werden. So kommst du einfach an die Pfeile.

Der Köcher enthält zwei Röhren, in denen du deine Pfeile sicher aufbewahren kannst. Zudem ist er durch seine geringe Größe und sein schmales Design auch ideal für Kinder geeignet. Er ist in schlichtem schwarz gehalten und besticht somit durch sein unauffälliges, aber modernes Design.

Bewertung der Redaktion: Wenn du auf der Suche bist nach einem Seitenköcher, der einfach in den Gürtel eingeclipt werden kann und zudem für Kinder geeignet ist, triffst du mit diesem Köcher die richtige Entscheidung.

Kauf- und Bewertungskriterien von Köchern

Im Folgenden möchten wir dir zeigen, anhand welcher Faktoren du Köcher vergleichen und bewerten kannst. Dadurch wird es dir leichter fallen zu entscheiden, ob sich ein bestimmter Köcher für dich eignet oder nicht.

Zusammengefasst handelt es sich dabei um:

In den folgenden Absätzen erklären wir dir, worauf es bei den einzelnen Kriterien ankommt.

Material

Köcher bestehen in der Regel aus Leder, Kunstleder, Polyester, Nylon oder Kunststoff. Aus optischen Gründen besitzen Köcher aus Polyester oder Nylon jedoch häufig einen Echtlederbezug.

Köcher in Lederoptik sind besonders bei traditionellen Bogenschützen sehr beliebt. Diese Köcher sind entweder schlicht oder mit Stickereien und Nieten verziert.

Im Gegensatz zu Textil und Kunststoff erfordert Leder jedoch intensive Pflege. Des Weiteren bewegen sich Lederköcher häufig im höheren Preissegment.

In der nachfolgenden Tabelle haben wir die Eigenschaften der oben genannten Materialien und ihre Pflege kompakt für dich zusammengefasst:

Material Eigenschaften Pflege
Leder Leder ist gegerbte Tierhaut. Es ist robust, atmungsaktiv und wasserabweisend. Einen Köcher aus Leder solltest du regelmäßig mit Schuhcreme oder Bienenwachs imprägnieren, um ihn vor Feuchtigkeit und Verschmutzung zu bewahren. Dasselbe gilt auch für Kunstleder.
Polyester Bei Polyester handelt es sich um eine synthetische Faser. Polyester ist sehr widerstandsfähig und wetterbeständig. Polyester solltest du nicht zu heiß bügeln, da sonst die Kunstfasern schmelzen können.
Nylon Wie Polyester ist Nylon eine Synthetikfaser. Nylon ist robust und trotzdem sehr elastisch. Du solltest Nylon nicht im Trockner trocknen, da es sonst seine Elastizität verlieren kann.
Kunststoff Kunststoff ist umgangssprachlich als Plastik bekannt. Es wird unter anderem aus Erdöl gewonnen. Kunststoff ist sehr pflegeleicht und kann mit speziellen Reinigungsmitteln poliert werden.

Leder ist ein sehr anspruchsvolles Material. Möchtest du einen ledernen Köcher selbst bauen, solltest du deinen Arbeitsprozess daher vorher sorgfältig planen.

Gewicht

Das Gewicht ist ein entscheidender Faktor beim Kauf eines Köchers. Schwere Köcher können deine Körperspannung beeinflussen und dich daran hindern, zielgenau zu schießen.

Zwischen Rücken- und Seitenköcher gibt es keine großen Gewichtsunterschiede. Wie schwer ein Köcher ist, wird in erster Linie vom Material beeinflusst. Die von uns getesteten Köcher wiegen im Durchschnitt nicht mehr als 400 g. Das Gewicht der Pfeile ist in dieser Angabe noch nicht inbegriffen.

Tiefe des Köchers

Die Tiefe des Köchers entscheidet darüber, welche Art von Pfeilen du auch in unebenem Gelände gut transportieren kannst. Lange Pfeile in einem flachen Köcher können schnell herausfallen und im schlimmsten Fall sogar beschädigt werden.

Die Köcher in unserem Test messen durchschnittlich 45 cm. Besonders tiefe röhrenförmige Köcher lassen sich angenehm auf dem Rücken tragen.

Tragegurt

Der Tragegurt muss gut sitzen und darf nicht scheuern. Der Rückenköcher wird in den meisten Fällen mit einem Gurt quer über der Brust befestigt. Es gibt jedoch auch Rückenköcher, die du wie einen Rucksack tragen kannst.

Einen Seitenköcher befestigst du an deinem Gürtel. Achte dabei darauf, dass die Schlaufe oder der Haken nicht zu locker sitzt. Wenn dein Seitenköcher nicht richtig festgeschnallt ist, kannst du schnell Pfeile verlieren.

Design

Das Design des Rückenköchers ist klassisch und weckt Erinnerungen an den berühmten Bogenschützen Robin Hood. Auch in Historienfilmen erfreut sich der röhrenförmige lederne Köcher großer Beliebtheit.

Für traditionelle Bogenschützen, die besonders authentisch wirken wollen, gehört der Rückenköcher quasi zur Grundausstattung. Auf Mittelaltermärkten und LARPs gehört das Modell unlängst zum Standard.

Rückenköcher werden häufig mit speziellen Produktbeschreibungen versehen, die Auskunft über den Stil eines Köchers geben sollen. Dabei stößt man auf Zuschreibungen wie „Indianerköcher“ oder „Keltischer Jagdköcher“.

Diese Beschreibungen sind in den meisten Fällen nicht historisch akkurat. Häufig handelt es sich um moderne Abwandlungen traditioneller Köcher.

Typ Beschreibung
Indianerköcher Ein Köcher aus Wildleder mit bunten Mustern. Häufig ist ein Indianerköcher auch mit Lederfransen geschmückt.
Keltischer Jagdköcher Dieser Köcher besteht aus polierten Leder und ist mit keltischen Ornamenten verziert.

Der Seitenköcher erweist sich in der Handhabung zwar als praktischer, aus der Perspektive des Designs kann er es jedoch nicht mit dem Rückenköcher aufnehmen.

Ratgeber: Fragen, mit denen du dich beschäftigen solltest, bevor du einen Köcher kaufst

In weiterer Folge beantworten wir noch jene Fragen, die in Kombination mit Köchern am häufigsten gestellt werden.

Was ist die Funktion eines Köchers?

In einem Köcher kannst du Pfeile oder Armbrustbolzen aufbewahren und transportieren. Außerdem schützt ein Köcher deine Pfeile vor Wind und Wetter.

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Mit einem Köcher lassen sich Pfeile auch in unebenem Gelände problemlos transportieren. (Bildquelle: pixabay / a-d-cth)

Seit Menschen Pfeil und Bogen als Waffe benutzen, verwenden sie auch Köcher.

Schon die weltberühmte Gletscherleiche Ötzi besaß vor mehr als 5000 Jahren einen Köcher, in welchem der Mann aus der Jungsteinzeit seine selbst geschnitzten Pfeile mitführte.

Wie viele Pfeile passen in einen Köcher?

Wie viele Pfeile in einen Köcher passen, ist von Modell zu Modell verschieden. In den meisten Köchern kannst du in der Regel drei bis maximal zwölf Pfeile unterbringen.

Diese Zahl solltest du nach Möglichkeit nicht überschreiten. Zum einen erhöht sich dein zu tragendes Gewicht, zum anderen können zu viele Pfeile unschöne Verformungen an deinem Köcher zurücklassen.

Auch wenn es besonders für ungeübte Bogenschützen lästig erscheint: Trainiere nicht mit einem prall gefüllten Köcher. Nimm dir lieber Zeit, um deine verschossenen Pfeile wieder einzusammeln und anschließend wiederzuverwenden.

Auf welcher Seite trage ich einen Köcher?

Das hängt davon ab, ob du die Sehne deines Bogens mit der rechten oder mit der linken Hand ausziehst. Als Rechtshänder trägst du deinen Köcher an deiner rechten Hüfte. Bei einem Linkshänder ist es entsprechend umgekehrt. Entscheidest du dich nicht für einen Seiten-, sondern für einen Rückenköcher, erübrigt sich diese Frage.

Woher stammt das Wort Köcher?

Das Wort „Köcher“ (althochdeutsch: „kohhari“) ist seit dem 9. Jahrhundert belegt und ist vermutlich aus der hunnischen Sprache entlehnt. Im Hunnischen bezeichnet das Wort „kukur“ einen ledernen Schlauch.

Als Hunnen bezeichnen wir heute eine Gruppe von zentralasiatischen Reitervölkern. Diese teilweise nomadisch lebenden Völker waren vor allen Dingen im Europa des Mittelalters für ihr großes Geschick mit dem Reiterbogen gefürchtet.

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Die Reitervölker Zentralasiens prägten die Bezeichnung „Köcher“. (Bildquelle: unsplash/ Hitesh Choudhary)

Da die hunnischen Reiter die Geschichte des Bogenschießens nachhaltig prägten, ist es durchaus möglich, dass sie so auch Einfluss auf die „Fachsprache“ des Bogensports nahmen.

(Titelbild: a-d-cth / pixabay)

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