Kiefernholz
Zuletzt aktualisiert: 3. Juni 2021

Das Holz der Kiefer wird als Kiefernholz bezeichnet. Diese zählen zu der Gattung der Pinus. Hierzu gehören auch die Tanne, die Fichte, das Lärchenholz oder Nadelhölzer. Kiefernholz zählt zu einer der beliebtesten Holzarten für den privaten Gebrauch.

Dabei kommt es vor allem im Möbelbau, im Zuge von Holzvertäfelungen oder als Bodenbelag zum Einsatz. Dies liegt daran, dass Kiefernholz optimal und leicht verarbeitet werden kann. Hierfür kann das Holz lasiert, geölt oder lackiert werden. Was du dabei wissen und beachten solltest, erfährst du hier.




Das Wichtigste in Kürze

  • Kiefernholz ist weiß-gelblich bis rot und dunkelt im Laufe der Zeit schnell nach. Die Maserung ist von kontrastreichen Jahresringen, Astlöchern und Harzkanälen geprägt.
  • Kiefernholz kann auf verschiedenste Arten behandelt werden. Dazu zählen das Lasieren, Ölen, Lackieren, Beizen oder Abflammen.
  • Kiefernholz kommt insbesondere für den Möbelbau oder den Innenraumausbau zum Einsatz. Es ist besonders leicht und hat einen mittleren Härtegrag.

Hintergründe: Was solltest du über Kiefernholz wissen?

Kiefernholz, der Gattung Pinus (6), ist ein Allroundtalent und ein guter Kompromiss zwischen verschiedenen Premium Hölzern. Aber welche Eigenschaften weist Kiefernholz auf und wie kannst du es für dich nutzen? Alle wichtigen Fragen rund um das Holz der Kiefer findest du im Folgenden beantwortet.

Welche Farbe hat Kiefernholz?

Die Farbe von Kiefernholz variiert zwischen weiß-gelb und rot-gelb. Dabei weist der Splint der Kiefer meist eine etwas hellere Farbe auf. Das Kernholz hingegen ist eher dunkler. Das Kernholz der Kiefer kann zusätzlich sehr schnell dunkler werden. Dann bekommt es einen dunkelgelben oder gar rotbraunen Farbton.

Kiefernholz ist gelblich, kann aber schnell nachdunkeln und dadurch einen rötlichen Farbton annehmen.

Die Nachdunklung des Holzes geschieht in jeglicher Form und unabhängig der Behandlung des Holzes. Dieser Vorgang wird vor allem durch direkte Sonneneinstrahlung begünstigt. Durch entsprechende Schutzmittel und Versiegelungen kann die Färbung lediglich verlangsamt werden.

Auch bei dem Farbton der Kiefer kann es zu regionsspezifischen Unterschieden kommen. Durch den Wechsel zwischen hellem Früh- und dunklem Spätholz ist Kiefernholz meist stark strukturiert.

Was für eine Maserung hat Kiefernholz?

Kiefernholz weist wie alle Holzarten Jahresringe auf. Dabei kann es je nach Region, aus der die Kiefer kommt, zu unterschiedlich breiten Jahresringen kommen.

Kiefernholz

Die Farbe von Kiefernholz ist weiß-gelblich bis gelb-rötlich. Das Holz weist kontrastreiche Jahresringe auf. Außerdem zeigt die Maserung Astlöcher und Unebenheiten. (Bildquelle: Catkin / Pixabay)

Außerdem haben Kiefern Harzkanäle. Das bedeutet, dass in der Maserung von Kiefernholz harzige Stellen und Harzgallen zu sehen sein können. Darin liegt der Unterschied zu Tannenhölzern, die keine Harzkanäle enthalten.

Astlöcher und Unregelmäßigkeiten im Holz gehören ebenfalls zu dem natürlichen Erscheinungsbild der Kiefer. Diese zeichnen sich in der Maserung des Holzes deutlich ab. Verstärkt wird dieser Effekt durch Leimholzplatten.

Welche Eigenschaften hat Kiefernholz?

Die Eigenschaften des Kiefernholzes können von Art zu Art und Region stark variieren. Demnach können das Gewicht und die Festigkeit unterschiedlich ausfallen. Kiefern, die aus dem Norden kommen, sind meist fester, stabiler und damit einhergehend auch schwerer.

Die Rohdichte von Kiefernholz liegt mit durchschnittlich rN 0,52 g/cm³ im mittleren Bereich. Der Härtegrad von Kiefern liegt im mittleren Bereich aller Holzarten. Kiefernholz hat einen stark harzhaltigen Eigengeruch.

Welche Besonderheiten hat Kiefernholz?

Härtegrad: Kiefernholz gehört zu den mittelharten Holzarten. Dadurch ist es nachgiebig und kann gut bearbeitet werden. Dennoch kann das Kiefernholz dadurch auch sehr schnell verfaulen. Es muss daher besonders gut getrocknet werden.

Der Härtegrad lässt das Holz leicht zu Bearbeiten machen, allerdings ist es dadurch auch weniger stabil. Es fühlt sich aber auch besonders weich und geschmeidig an, wenn es richtig behandelt wurde.

Harzgehalt: Der Harzgehalt bei Kiefernholz ist aufgrund der stark ausgeprägten Harzkanäle sehr hoch. (1) Das Harz kann bei einer Verarbeitung des Holzes zu Problemen führen. Die Behandlung der Oberfläche ist dadurch nur äußerst schwer oder gar nicht möglich.

Schwinden und Trocknen: Im Kontrast zu Hölzern wie beispielsweise der Fichte schwindet Kiefernholz deutlich stärker. Gleichzeitig verzieht sich das Holz aber auch weniger. Dennoch ist das Verziehen des Holzes bei wechselnden Klimata sehr wahrscheinlich. Dennoch neigt das Holz deutlich weniger zu Rissen oder Verwerfungen, im Vergleich zu Fichtenholz.

Bei der Trocknung von Kiefernholz muss man allerdings auf eine geringe Temperatur achten. Höhere Temperaturen sind aufgrund des Harzgehaltes im Holz nicht zu empfehlen.

Beständigkeit: Bezüglich der Witterungsbeständigkeit gehört Kiefernholz nicht zu den Spitzenreitern. Bei alpinen Bäumen kann die Festigkeit möglicherweise etwas höher ausfallen.

Besonderheit Ausprägung
Härtegrad mittel
Harzgehalt hoch
Schwindung hoch
Beständigkeit gering

Besonders anfällig ist Kiefernholz auch für Pilz- und Insektenbefall. (4) Außerdem besteht bei Kiefernholz die Gefahr eines Bläuepilzes.

Wo kommt Kiefernholz her?

In den meisten Fällen wird Kiefernholz importiert. Zu den Herkunftsländern zählen überwiegend skandinavische Länder und Osteuropa. (5) Auch in asiatischen Ländern bestehen guten Bedingungen für Kiefern. (7) In kleineren Mengen wird Kiefernholz aber auch heimisch genutzt. Dann handelt es sich meist um Kiefern aus dem Alpenraum.

Welche Arten von Kiefernholz gibt es?

Je nach Anbauregion entstehen verschiedene Arten des Kiefernholzes. (3) Aus den Hochalpen kommen beispielsweise alpine Kiefern. Eine andere Art der Kiefern stellt die Weymouthskiefer oder auch als Strobe oder Seidenkiefer bekannt. Diese kommt aus dem östlichen Nordamerika und zählt zu den teuersten Kiefern.

Wofür kann man Kiefernholz verwenden?

Kiefernholz ist sehr vielseitig einsetzbar. Es zählt zu einem der beliebtesten Bau- und Konstruktionshölzern. Oftmals wird Kiefernholz für Türen, Fenster oder rustikale Möbelstücke oder Holzvertäfelungen verwendet. Außerdem besteht auch Parkett oder anderweitiger Bodenbelag aus Kiefer.

In der Industrie wird die Kiefer auch für die Papierherstellung genutzt. Der mittlere Härtegrad macht das Holz einfach zu verarbeiten und eignet sich somit sehr gut für die Papierherstellung. Außerdem wird es zur Produktion von Faser- und Spanplatten herangezogen.

Als Brennholz ist Kiefernholz mit am günstigsten im Vergleich zu anderen Holzarten wie der Buche. Allerdings ist die Heizleistung des Kiefernholzes auch auf etwa ein Viertel reduziert. Zusätzlich können beim Verbrennen Harzspritzer abgesondert werden. Daher wird für Brennholz häufig auf andere Arten zurückgegriffen.

Wie kann man Kiefernholz behandeln?

Kiefernholz ganz durch eine entsprechende Behandlung des Holzes im Nachdunkeln verlangsamt oder die natürliche Farbe und Struktur hervorgehoben werden. Dadurch kannst du das Holz individualisieren. Dafür kommen die folgenden Methoden infrage.

Lasieren

Das Lasieren sorgt für einen Schutz des Holzes. Es wirkt von innen heraus und zeiht in die oberste Holzschicht ein. Kiefernholz kann ganz einfach lasiert werden. Dabei ist es unabdingbar das Holz vorher vorzubereiten. Hierfür muss es abgeschliffen werden.

Insbesondere, wenn das Kiefernholz bereits geölt oder gewachst wurde, muss es bis auf den Holzkern herunter geschliffen werden, da diese bis tief in die Holzschichten dringen können. In jedem Fall sollte mindestens 1mm abgenommen werden. Wichtig ist dabei auch sich von grobem Schleifpapier zu feinem vorzuarbeiten.

Lackieren

Beim Streichen und Lackieren von Kiefernholz ist es ebenfalls wichtig auf den Harzgehalt des Holzes zu achten. Besonders harzige Holzstücke sollte man besser nicht streichen, da der Harz mit der Farbe reagieren und verklumpen kann. Dabei wird sehr wahrscheinlich kein ebenmäßiges und zufriedenstellendes Ergebnis entstehen.

Kiefernholz

Kiefernholz weist einen sehr hohen Harzgehalt auf. Bei zu starken Harzkanälen im Holz ist eine Lackierung nicht zu empfehlen. Durch den Harz würde bei einer Lackierung kein ebenmäßiges Ergebnis entstehen. (Bildquelle: Kanechka / Pixabay)

Ist der Harzgehalt allerdings nur mäßig, dann kann das Holz bedenkenlos lackiert oder gestrichen werden. Dabei ist darauf zu achten, nicht zu viel Farbe zu verwenden und einzelne dünne Schichten aufzutragen und gut trocknen zu lassen. Bei der Verwendung von zu viel Farbe kann das Holz zu feucht werden und schimmeln.

Vor dem Lackieren sollte das Holz, sollte eine passende Grundierung ausgewählt werden. Teilweise kann auch zusätzlich eine Vorstreichfarbe nötig sein oder ergänzend zum Einsatz kommen.

Ölen

Öl kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn keine Farbpigmente an das Holz abgegeben werden sollen. Es dringt tief in die Poren des Holzes ein. Das Ölen kann dann somit dennoch dafür sorgen, dass das Holz geschützt wird und weniger nachdunkelt. Außerdem fühlt es sich weicher und geschmeidiger an.

Öl lässt sich besonders leicht auftragen. Achte beim Ölen von Kiefernholz darauf das Öl kreisförmig und gleichmäßig aufzutragen.

Kalken

Das Kalken funktioniert bei Holzarten mit besonders großen Poren. Daher ist Kiefernholz hierfür bestens geeignet. Beim Kalken wird eine Kalkpaste auf das Holz aufgetragen. Das Holz färbt sich durch die Paste weißlich. Die Maserung wird dabei aber nicht vollständig überdeckt.

Kiefernholz ist für die Methoden des Kalken sehr gut geeignet, aufgrund der besonders großen Poren.

Durch dieses Vorgehen entsteht ein antikes Erscheinungsbild. Wichtig ist hierbei, dass du vor dem Kalken die Poren des Holzes öffnest. Hierfür kann am besten eine Drahtbürste zum Einsatz kommen, mit der du in Faserrichtung das Holz bearbeiten kannst.

Kiefernholz kann auch bereits vorbehandelt, das heißt lackiert, gestrichen oder geölt gekauft werden. Außerdem können verschiedene resistenzsteigernde Mittel zum Einsatz kommen, um das Holz widerstandsfähiger zu machen. (2) Dann ist es oft teurer aber dafür spart man sich eine Menge Arbeit.

Wie sind die Preise von Kiefernholz?

Kiefernholz ist beliebt. Das ist vor allem aufgrund des niedrigen Preises der Fall. Dieser ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie der Herkunft, die industrielle Verarbeitung und die Gütequalität.

Für Kiefernholz als Schnittholz liegt der Kubikmeter bei 400 € bis 550 €. Dabei kommt es je nach Qualität zu Unterschieden. Die günstigste Qualität kann bereits für 250 € pro m³ erworben werden.

Fazit

Kiefernholz ist ein guter Kompromiss zwischen teurem Premiumholz und günstigeren Alternativen, die sich schlecht verarbeiten lassen. Es gehört zu den günstigeren Hölzer, sieht aber dennoch hochwertig aus. Außerdem lässt es sich leicht verarbeiten.

Solltest du dich entscheiden müssen, was für ein Holz du für ein Projekt verwenden möchtest, mache dir bewusst, welche Verarbeitungsschritte das Holz aushalten muss. Außerdem kannst du deine Entscheidung von der Farbe und der Notwendigkeit, dass das Holz witterungsbeständig ist, abhängig machen.

Titelbild: Diverse Graphics / Pexels

Einzelnachweise (7)

1. Yazaki K, Takanashi T, Kanzaki N, Komatsu M, Levia DF, Kabeya D, Tobita H, Kitao M, Ishida A (2018). Pine wilt disease causes cavitation around the resin canals and irrecoverable xylem conduit dysfunction.
Quelle

2. Park J, Jeon HW, Jung H, Lee HH, Kim J, Park AR, Kim N, Han G, Kim JC, Seo YS (2020). Comparative Transcriptome Analysis of Pine Trees Treated with Resistance-Inducing Substances against the Nematode
Quelle

3. Downie J, Silvertown J, Cavers S, Ennos R (2020). Heritable genetic variation but no local adaptation in a pine-ectomycorrhizal interaction.
Quelle

4. Mumm R, Hilker M (2006). Direct and indirect chemical defence of pine against folivorous insects.
Quelle

5. Bose AK, Gessler A, Bolte A, Bottero A, Buras A, Cailleret M, Camarero JJ, Haeni M, Hereş AM, Hevia A, Lévesque M, Linares JC, Martinez-Vilalta J, Matías L, Menzel A, Sánchez-Salguero R, Saurer M, Vennetier M, Ziche D, Rigling A (2020). Growth and resilience responses of Scots pine to extreme droughts across Europe depend on predrought growth conditions.
Quelle

6. Arbellay E, Daniels LD, Mansfield SD, Chang AS (2017). Cambial injury in lodgepole pine (Pinus contorta): mountain pine beetle vs fire.
Quelle

7. Futai, K (2013). Pine wood nematode, Bursaphelenchus xylophilus. Annu Rev Phytopathol.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftliche Studie
Yazaki K, Takanashi T, Kanzaki N, Komatsu M, Levia DF, Kabeya D, Tobita H, Kitao M, Ishida A (2018). Pine wilt disease causes cavitation around the resin canals and irrecoverable xylem conduit dysfunction.
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Wissenschaftliche Studie
Park J, Jeon HW, Jung H, Lee HH, Kim J, Park AR, Kim N, Han G, Kim JC, Seo YS (2020). Comparative Transcriptome Analysis of Pine Trees Treated with Resistance-Inducing Substances against the Nematode
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Wissenschaftliche Studie
Downie J, Silvertown J, Cavers S, Ennos R (2020). Heritable genetic variation but no local adaptation in a pine-ectomycorrhizal interaction.
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Wissenschaftliche Studie
Mumm R, Hilker M (2006). Direct and indirect chemical defence of pine against folivorous insects.
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Wissenschaftliche Studie
Bose AK, Gessler A, Bolte A, Bottero A, Buras A, Cailleret M, Camarero JJ, Haeni M, Hereş AM, Hevia A, Lévesque M, Linares JC, Martinez-Vilalta J, Matías L, Menzel A, Sánchez-Salguero R, Saurer M, Vennetier M, Ziche D, Rigling A (2020). Growth and resilience responses of Scots pine to extreme droughts across Europe depend on predrought growth conditions.
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Wissenschaftliche Studie
Arbellay E, Daniels LD, Mansfield SD, Chang AS (2017). Cambial injury in lodgepole pine (Pinus contorta): mountain pine beetle vs fire.
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Wissenschaftliche Studie
Futai, K (2013). Pine wood nematode, Bursaphelenchus xylophilus. Annu Rev Phytopathol.
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