Balkonsanierung
Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2021

Viele Menschen, die auf Wohnungssuche sind, haben inzwischen den Wunsch nach einem, wenn auch zumindest kleinem Balkon. Durch ein wenig Anstrengung kann sich dort jeder eine eigene kleine Wohlfühloase schaffen oder auch einen Kräutergarten, je nachdem, was gewünscht ist.  Nicht jeder bereits vorhandene Balkon ist dabei komplett schadensfrei.

Wurde er oft benutzt oder ist einfach sehr alt, können Flecken oder auch Risse vorhanden sein, die nicht gerade für ein heimeliges Gefühl sorgen. Zudem musst du dabei auch auf deine Sicherheit achten und solltest deinen Balkon auf jeden Fall sanieren. Welche Kosten es bei einer Balkonsanierung zu beachten gibt, wie sie funktioniert und auf was du noch alles achten solltest, erklären wir dir im nachfolgenden Artikel.




Das Wichtigste in Kürze

  • Sollten bei dem Balkon Schäden durch Feuchtigkeit vorhanden sein, werden diese als primäre Schäden klassifiziert und bei der Balkonsanierung als erstes entfernt, sodass das Wasser in der Zukunft wieder abfließen kann und keine Schäden mehr verursacht.
  • Bei einer Balkonsanierung können die Kosten nicht allgemein festgelegt werden, da sich diese je nach Größe und Zustand des Balkons berechnen und danach wie viel man machen lässt oder auch selbst sanieren kann.
  • Vieles kann man selbst machen, jedoch solltest du bei wirklich schweren Schäden die Profis arbeiten lassen und diese nicht selbst ausbessern, da es sonst wirklich gefährlich für dich werden kann.

Definition: Was ist eine Balkonsanierung?

Bei einer Balkonsanierung wir der bestehende Balkon ausgebessert und eben saniert, da daran Schäden sind die entweder durch starke Benutzung oder einfach durch das Altern entstehen können.

Anfällig für Schäden sind vor allem Balkone aus Stahlbeton, da im Laufe der Zeit oft Wasser eindringt und dadurch Kalkausblühungen, bröckelnder Beton, Risse oder auch Rost entstehen können. (1)

Hintergründe: Was du über die Balkonsanierungen wissen solltest

Wenn du deinen Balkon sanieren möchtest, solltest du dabei auf einige Dinge achten, damit du nichts falsch machst und auch keine Sicherheitsrisiken für dich entstehen können.

Wann musst du eine Balkonsanierung durchführen?

Um den Zeitpunkt für die Sanierung deines Balkons zu bestimmen, solltest du auf verschiedene Faktoren achten:

  • Belagszustand
  • Wasserabfluss
  • Außenflächenzustand

Sollte dein Balkon Schäden aufweisen, kannst du diese auch als Laie leicht entdecken, da es sich dabei meist um Risse oder Sprünge im Belag oder das Abplatzen von Fliesen handelt. Diese entstehen, wenn Wasser in das Material eindringt und sich bei Frost dann ausdehnt, wodurch der Bodenbelag immer mehr Schäden bekommt. Dunkle Verfärbungen an der Hausfassade sprechen für unerwünschten Feuchtigkeitseintritt. (2)

Deinen Balkon kannst du zu einer richtigen Wohlfühloase umgestalten, sodass sich eine Balkonsanierung auf jeden Fall für dich lohnen kann. (Bildquelle: Artur Aleksanian / Unsplash)

Zusätzlich solltest du immer darauf achten, dass das Regenwasser perfekt vom Balkon ablaufen kann und er deshalb eine kleine Neigung hat und vielleicht sogar noch einen saugfähigen Fugenmörtel hat. Ein Richtwert dabei ist, dass das Ablaufen des Wassers nicht länger als 5 Minuten dauern sollte.

Welche Arten von Balkonsanierungen gibt es?

Je nach den, welche Schäden an deinem Balkon auftreten, kannst du dich für verschiedene Varianten der Balkonsanierung entscheiden. Entweder kannst du beispielsweise nur deinen Boden sanieren, oder aber nur das Geländer oder direkt deinen ganzen Balkon abreißen und neu machen.

Balkonboden

Möchtest du deinen Balkonboden sanieren, ist das Hauptziel davon, die Beläge thermisch voneinander zu trennen, sodass keine weiter Feuchtigkeit mehr in den Boden eindringen kann. Dafür solltest du darauf achten, dass es ein Gefälle des Bodens gibt, welches du durch einen Belag aus Estrich hinbekommen kannst. Manchmal kannst du den neuen Boden auch über den alten verlegen lassen.

Zudem solltest du beachten, dass der Belag vom Untergrund entkoppelt werden sollte, damit die Bewegungen des Bodens abgefangen werden und dadurch keine Risse oder Spannungen entstehen können. Dafür müssen Entkoppelungsmatten eingesetzt werden, die über Drainagekanäle verfügen, die die Feuchtigkeit optimal ableiten können.

Balkongeländer

Ein neues Geländer kann auch zu einer Balkonsanierung gehören, wobei Material und Stil dabei natürlich individuell anpassbar sind. Dabei ist jedoch zu empfehlen, die Fassade des Gebäudes im Blick zu behalten, damit das Geländer auch halbwegs dazu passt. Auch eine Balkonumrandung zu machen wäre machbar.

Wenn du dich für ein Balkongeländer entscheiden musst, gilt es dabei auch Bestimmungen für den Sicherheitsschutz zu beachten. Beispielsweise dürfen vertikale Stäbe nur einen Abstand von maximal 14 cm haben, damit keine Tiere oder kleine Kinder zwischendurch passen. Bei der Höhe des Geländers gibt es unterschiedliche Varianten, jedoch liegt der Durchschnitt bei 90 cm.

Komplettabriss

Sollte es sich bei deinem Balkon um einen alten Balkon handeln, ist es durchaus sinnvoll sich Gedanken über eine Vollsanierung oder einen Komplettabriss deines Balkons zu machen. Zum einen sind oft starke Schäden daran vorhanden, zum anderen kann auch eine alte Bauweise für die Erneuerung deines Balkons sprechen.

Bei alten Balkonen ist die Kragplatte des Balkons oft direkt mit der Betondecke vom Haus verbunden, was für ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Feuchtigkeit an den Rauminnenseiten und energetische Nachteile sorgt. Deshalb sollte ein thermisch unabhängiger Balkon angebaut werden, zu dem beispielsweise ein Stahlgerüst beitragen kann.  (1)

Worauf musst du bei einer Balkonsanierung achten?

Es gibt keine pauschale Anleitung dafür, da sich Balkonsanierungen immer unterscheiden. Vieles der Sachen kannst du mit ein bisschen handwerklichem Geschick selbst machen, andere kompliziertere Dinge solltest du lieber an einen Profi abgeben.

Arbeitsschritt Beschreibung
Belagentfernung und Vorbereitung des Untergrundes Entfernung des alten Bodenbelags, Reinigung des Untergrunds, Prüfung der Saugfähigkeit des Boden, Abschliff der Oberflächen bei Bedarf
Ausbessern des Betons und prüfen des Gefälles Verschließen von Löchern und Rissen mit Mörtel, Prüfung des Gefälles, Herstellung eines Gefälles von 1 – 2 % durch Estrich
Abdichtung Anrühren des Dichtungsanstrichs, Auftragen des Anstrichs in mehreren Lagen, Durchtrocknen lassen
Entkopplung Verlegen von Entkopplungs- bzw. Drainagematten, Abdichten von Kanten und Fugen
Neue Verfliesung Verlegen des Bodenbelags, Absanden der letzten Schicht des Dichtungsabstrichs
Fliesen verfugen Verfugung der Eck- und Anschlussfugen und der Fliesenfläche
Abschluss der Sanierung Erneuerung des Geländers oder/und der Regenrinne(3)

Wer führt eine Balkonsanierung durch?

Es gibt nicht nur einen Handwerker, der sich um die Balkonsanierung kümmert, sondern einige verschiedene, die sich um die unterschiedlichen Baustellen kümmern müssen. Einige der Arbeiten kannst du aber natürlich auch selbst durchführen, wobei du immer beachten solltest, das dies von der Ausprägung der Schäden und deinem eigenen Wissensstand abhängt.

Vor allem drei Handwerkergruppen sind bei einer Komplettsanierung besonders gefragt:

  • Dachdecker
  • Bauklempner
  • Fliesenleger

Für die Abdichtung und die Drainagesysteme sind die Dachdecker und Bauklempner verantwortlich wohingegen die Fliesenleger für die optimale Verlegung und den Anschluss des Bodenbelags zuständig sind. (4)

Wie teuer ist eine Balkonsanierung?

Pauschal kann kein Preis für eine Balkonsanierung festgelegt werden, da dies stark von den individuellen Schäden, aber auch den Gestaltungswünschen der Initiatoren abhängt.

Machst du hingegen einige der Arbeiten selbst, kannst du dir wirklich viel Geld sparen, da der Stundenlohn von professionellen Handwerkern 40 – 60 Euro beträgt. Rechnest du dies hoch auf die Sanierungsdauer, kann es sehr schnell, sehr teuer werden.

Wenn du dich selber an die Arbeiten herantraust, solltest du dich dabei vor allem auf die Verschönerungsarbeiten beschränken, da es bei der Bausubstanz und der Statik des Balkons zu wichtig ist, keine Fehler zu machen und lieber den Profi ranzulassen. (5)

Für die Balkonfläche kann für die Behebung von mittelschweren Schäden mit 100 – 200 Euro pro m² Fläche berechnet werden.

Für eine Komplettsanierung deines Balkons können gerne mal Kosten von mehreren tausend Euro auf dich zukommen, da du Materialkosten und Arbeitslöhne tragen musst. Zu sparen lohnt sich in diesem Fall trotzdem nicht, da die Folgen bei einer unsachgemäßen Sanierung erst recht teuer werden können. (6)

Wer zahlt eine Balkonsanierung?

Eine Balkonsanierung muss immer der Hauseigentümer bezahlen, wenn es sich bei der Balkonsanierung um die Sanierung von Mieterbalkonen oder Eigenheimbesitzerbalkonen handelt.

Bei Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern ist die Frage schon schwieriger zu beantworten, da darüber gestritten wird, ob die Balkone zum Gemeinschafts- oder zum individuellen Eigentum gehören.

Bei Balkonsanierungen in Mehrfamilienhäusern mit Eigentumswohnungen kommt es oft zu Streit, da unklar ist, wer die Kosten tragen muss. (Bildquelle: Luis Quintero / Pexels)

Um die Frage nach den Kostenteilung zu klären, kommt es vor allem darauf an, was genau saniert werden soll. Geht es nur um individuelle Sanierungen wie beispielsweise einen neuen Sichtschutz oder einen neuen Bodenbelad, so muss der Wohnungseigentümer diese Kosten selber zahlen.

Geht es jedoch um die Sanierung von baulichen Schäden, wie die Dichte oder Schäden an der Bausubstanz oder des Geländers, muss diese von der gesamten Eigentümergemeinschaft gezahlt werden. (6)

Balkonsanierung: Die besten Tipps & Tricks für einen schönen Balkon

Jeder, der vorhat seinen Balkon zu sanieren, hofft darauf ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Bis dahin ist es allerdings oft ein langer Weg, der sich nicht immer einfach gestaltet.

Um dir auf deinem Weg zu helfen, haben wir dir im Folgenden nochmal die wichtigsten Tipps & Tricks zusammengefasst, sodass bei der Sanierung deines Balkons nichts mehr schief gehen kann.

Vorab informieren

Es ist vor allem wichtig, dich vor Beginn der Sanierungsarbeiten gut über den Ablauf zu informieren. Außerdem solltest du dich immer fragen, ob du handwerklich selbst begabt genug bist, um deinen Balkon selbst zu sanieren. Dabei kannst du auch einen Sachverständigen zu Rate ziehen.

Auch die Oberflächen solltest du von einem Profi begutachten lassen, um genau abschätzen zu können, wie wichtig es ist die vorhandenen Schäden, wie Risse, Ausblühungen oder Abplatzungen auszubessern. (7)

Nicht am Material sparen

Du kannst einen Haufen Geld sparen, solltest du einige der Arbeiten bei der Sanierung selber durchführen können. Allerdings sollte das Geld nicht der ausschlaggebende Punkt bei der Auswahl der Materialien sein.

Solltest du dich für Fliesen entscheiden, ist es wichtig, dass diese eine geringe Wasseraufnahmefähigkeit, aber eine umso höhere Härte, Rutschfestigkeit und Frostbeständigkeit mit sich bringen. Sollten diese Kriterien erfüllt sein, kannst du dir dann Gedanken über die Optik und den Preis machen. (8)

Hilfe holen

Scheue dich nicht davor dir Hilfe zu holen. Bei einigen Arbeiten brauchst du einfach Handwerker, die sich damit bestens auskennen, damit du nicht am Ende ein Sicherheitsrisiko hast. (9)

Ein Sicherheitsrisiko kann bei einer unsachgemäßen Sanierung schnell entstehen.

Solltest du dir also nicht sicher sein, ob du deine Balkonsanierung wirklich selber durchführen kannst, frage am besten nach und hole dir professionelle Unterstützung.

Fazit

Ob es notwendig ist deinen Balkon zu sanieren, wird an verschiedenen Faktoren deutlich. Dabei solltest du auf Risse im Bodenbelad, auf das Geländer oder auch auf Probleme beim Wasserablauf achten. Je nachdem wie stark die Schäden sind, kannst du entweder eine klassische Balkonsanierung durchführen, um die einzelnen Schäden zu beheben oder aber einen Komplettabriss machen.

Oft kannst du die Sanierung eines Balkons selbst durchführen. Allerdings hängt dies von der Schwere der Schäden ab. Sollten diese schwerwiegender sein oder du bist dir zu unsicher, hole dir lieber einen Fachmann zu Hilfe.

Bildquelle: Saad / 123rf

Einzelnachweise (9)

1. Mein Eigenheim. Ratgeber: Balkonsanierung im Überblick. Abgerufen am 13.05.2021.
Quelle

2. Fliesenleger.net. Was Sie beim Sanieren des Balkons beachten müssen. Abgerufen am 13.05.2021.
Quelle

3. OBI Magazin. Balkon sanieren – Schritt für Schritt. Abgerufen am 13.05.2021.
Quelle

4. Bauhandwerk. Balkonsanierung Schäden an Balkonen, Loggien und Dachterrassen. Abgerufen am 14.05.2021.
Quelle

5. Hausjournal. Welche Kosten entstehen bei einer Balkonsanierung?Abgerufen am 14.05.2021.
Quelle

6. Kostencheck. Balkonsanierung: Trägt die Kosten die Eigentümergemeinschaft? Abgerufen am 14.05.2021.
Quelle

7. Hornbach. Balkon abdichten. Abgerufen am 14.05.2021.
Quelle

8. Kemmler. Balkon sanieren selber machen - so geht's! Abgerufen am 14.05.2021.
Quelle

9. Selbst.de. Balkon abdichten. Abgerufen am 15.05.2021.
Quelle

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Mein Eigenheim. Ratgeber: Balkonsanierung im Überblick. Abgerufen am 13.05.2021.
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Internetbeitrag
Fliesenleger.net. Was Sie beim Sanieren des Balkons beachten müssen. Abgerufen am 13.05.2021.
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Internetbeitrag
OBI Magazin. Balkon sanieren – Schritt für Schritt. Abgerufen am 13.05.2021.
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Internetbeitrag
Bauhandwerk. Balkonsanierung Schäden an Balkonen, Loggien und Dachterrassen. Abgerufen am 14.05.2021.
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Hausjournal. Welche Kosten entstehen bei einer Balkonsanierung?Abgerufen am 14.05.2021.
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Internetbeitrag
Kostencheck. Balkonsanierung: Trägt die Kosten die Eigentümergemeinschaft? Abgerufen am 14.05.2021.
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Hornbach. Balkon abdichten. Abgerufen am 14.05.2021.
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Kemmler. Balkon sanieren selber machen - so geht's! Abgerufen am 14.05.2021.
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Selbst.de. Balkon abdichten. Abgerufen am 15.05.2021.
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